Vier WM-Titel für NRW-Fünfkämpfer

von Maike Schramm

3 x Gold für Kurt Tohermes
3 x Gold für Kurt Tohermes (Foto: privat)

Über 700 Athleten aus über 40 Ländern trafen sich an der Regattabahn in Sarasota, Florida um ihre Weltmeister im Biathle und Triathle zu küren. Darunter auch eine kleine Gruppe deutscher Mehrkämpfer mit Emily Freund (Neuss), Helga Strakeljahn (Düsseldorf), Hans-Jörg Kuck und Kurt Tohermes (beide Bonn) aus Nordrhein-Westfalen.

Den Auftakt bildeten die Staffeln im Triathle (Schießen/ Schwimmen/ Laufen) und im Biathle (Laufen/ Schwimmen/ Laufen).
Die deutsche Meisterin Emily Freund aus Neuss bildete zusammen mit Kurt Tohermes das deutsche Biathle- und Triathle-Staffelteam in der Altersklasse über 60 Jahre. Hier war klar, dass es zu einem Zweikampf mit der südafrikanischen Staffel kommen würde. Hans-Jörg Kuck war mit Barbara Oettinger aus Baden-Württemberg in den Masters B Staffeln gemeldet, während Helga Strakeljahn in der gleichen Altersklasse zusammen mit Enno Schönung ein Team bildetet.

Bei der Biathle-Staffel der Masters C fing sich Emily Freund einen Rückstand von rund 20 Sekunden auf Stella Heyns ein, als sie auf Tohermes übergab. Coenraad van Vuuren und Tohermes hatten sich schon bei den südafrikanischen Meisterschaften in Bloemfontein ein Duell geliefert und kannten sich gut. Van Vuuren überzog auf dem ersten 800-Splitt das Tempo, sodass Tohermes nach dem Schwimmen auf dem zweiten Laufsplitt vorbeigehen und die Goldmedaille sichern konnte. „He runs like the wind!“, so der Kommentar des Silbermedaillengewinners.

Die Biathle-Master B-Staffel lag beim Wechsel von Barbara Oettinger auf Hans-Jörg Kuck auf Platz drei. Im Rennverlauf konnte er sich bis auf Platz zwei vorkämpfen. Danach war Hans-Jörg gesundheitlich so angeschlagen, dass er bei den weiteren Wettbewerben nicht mehr antreten konnte. Da der südafrikanische Läufer allerdings die Hindernisse umlaufen hatte, legte Barbara Oettinger nach einem Hinweis von Hans Jörg Kuck erfolgreich Protest ein und die deutsche Staffel stand auch hier oben auf dem Stockerl vor den ebenfalls sehr starken Amerikanern und der zweiten deutschen Staffel Strakeljahn / Schönung. Durch die sehr umstrittene Regelung, dass pro Land nur eine Staffel auf das Treppchen darf (bei den Mannschaften gilt dies nicht), blieb den beiden der verdiente Podestplatz verwehrt.

Bei der Triathle-Staffel der Master C drehten die Südafrikaner das Ergebnis um. Grundlagen dafür bildete die starke Schießleistung der Südafrikanerin.

Bei Triathle-Wettkämpfen der Masters-C (60 Jahre und älter) am nächsten Tag über vier Runden sahen die Zuschauer einen spannenden Kampf zwischen van Vuuren und Tohermes mit ständig wechselnden Positionen, in den die anderen Finalteilnehmer nicht eingreifen konnten. Bei jedem Schießen ging der Südafrikaner in Führung, beim Schwimmen und Laufen kam Tohermes wieder heran. Erst in der letzten Runde setze sich Tohermes etwas ab und freute sich über den ersten WM-Einzeltitel seines langen Sportlerlebens. Dritter wurde der letztjährige Europameister Angel Lopez aus Spanien.

Bei den Frauen war schon nach dem ersten Schießen deutlich, dass die Schießspezialistin Stella Heyns an diesem Tag nicht zu schlagen war. Emily Freund konnte sicher Platz zwei vor Agnes Griessel, ebenfalls Südafrika nach Hause bringen.

Der Biathle-Wettkampf der männlichen Masters-C (60 Jahre und älter) am Sonntag war für die Zuschauer dagegen eher eintönig. Keiner der Konkurrenten machte Anstalten Tohermes zu verfolgen, sondern alle wollten eher Platz zwei im Sprint unter sich ausmachen. So gab es hier einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg vor Coenraad van Vuuren und dem Spanier Miguel Ortiz de Guinea. Kurt Tohermes gehörte mit zwei Südafrikanern zu den drei Sportlern, denen das WM-Triple gelang.

Bei den weiblichen Master C setzte Emily Freund alles auf eine Karte: Sie ging das sehr hohe Lauf-tempo von Stella Heyns mit und versuchte auch im Schwimmsplitt die Südafrikanerin zu beindrucken. Im zweiten Laufsplitt musste sie dafür Tribut zollen und die letztjährige Weltmeisterin Mary Collett aus Großbritannien kurz vor dem Ziel ziehen lassen. Emily war dennoch hochzufrieden.

Die deutsche Vize-Meisterin Helga Strakeljahn zeigte bei ihrer WM-Premiere im Biathle ein beherztes Rennen. Die Britin Debbie Forrest und sie hatten von ihren Coaches dieselbe taktische Marschroute bekommen, beim böigen Wind um die 10 Knoten auf den Gegenwindpassage keine Führungsarbeit zu leisten. Für die Zuschauer ergab das ein Zick-Zack-Laufen, wie sonst bei lauernden Radsprintern. Als stärkere Schwimmerin konnte die Britin den Kampf um Platz drei für sich entscheiden.

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