Walter Grein: Der moderne Fünfkampf in Warendorf

Kunst und Kultur

DVMF 10 Jahre alt
Dr. P.W. Henze, Präsident des DVMF anlässlich des 10jährigen Bestehens des Deutschen Verbandes im Hotel "Im Engel" 1971. Sitzend von links: Stadtdirektor a.D. Kurt Mertens, Altbürgermeister Hermann Menge. Im Hintergrund: Hauptmann Ulf Bergels, Warendorf,

Sportpokale sind selten Kunstwerke, und noch seltener lassen sie Raum für eine eigenständige Interpretation. Mit den geometrischen Darstellungen eines Pentagrams und in Anlehnung an ein Pentagondodekaeder regt der Europa-Cup jedoch dazu an und fordert geradezu die Auseinandersetzung mit der antiken Symbolik heraus. Der Deutschland-Pokal ist dagegen eine Symbiose von realistisch-expressiver Darstellung des Modernen Fünfkampfes. Die Künstlerin Edith Peres-Lethmate sagt selbst zu ihrer Arbeit "Für mich bedeutet Sport Freude und höchste Vollendung in einem Teilbereich menschlichen Lebens und der Sieg eine einmalige Erhöhung. Etwas von diesem Höhenflug hoffe ich in meiner Plastik ausgedrückt zu haben."

Zwanzig Jahre Moderner Fünfkampf in Warendorf waren 1979 nicht nur ein sportliches Datum, sondern auch Anlass für eine eindrucksvolle Ausstellung im alten Rathaus mit Werken der Koblenzer Künstlerin. Im Mittelpunkt der Ausstellung standen sportliche Bewegungsstudien, aber auch Plastiken aus Bronze und Stahl zu anderen Themen. Geschmackvoll begleitet war die Ausstellung mit Studien und Situationsszenen des Warendorfer Fotografen Ulrich Weber. Sowohl 1970 als auch 1983 schrieb das Organisationskomitee für die Weltmeisterschaften einen Malwettbewerb für alle Jugendlichen bis zum Höchstalter von 21 Jahren. aus. Die Resonanz war sowohl in der Anzahl der vorgelegten Arbeiten als auch in ihrer Qualität überwältigend. In der Jury waren die Kunsterzieher Krummel und Ring tätig. Jüngster Preisträger war Johannes Vinke, damals wohnhaft Lange Wiese 50. Am bildnerischen Wettbewerb 1983 nahmen 120 Schülerinnen und Schüler teil. Das beste Niveau hatten die Plakatentwürfe. Unter dem Vorsitzenden, Manfred Kronenberg, schlug die Jury dem Organisationskornitee vor, vier Entwürfe nicht nur zu prämieren, sondern auch für die offizielle Werbung zu nutzen. Das Plakat des 13 Jahre alten Schülers Dietmar Elster fand die größte Resonanz.

Der Moderne Fünfkampf belebte in den 1970er Jahren das gesellschaftliche Leben in Warendorf. Der "Ball des Modernen Füntkampfes", jeweils am letzten Sonnabend des Oktobers im Casino der Sportschule der Bundeswehr, war schlechthin das Ereignis des Jahres. Bis zu 500 Gäste aus Sport, Wirtschaft, Handel und Politik tanzten in festlicher Garderobe bis zum frühen Morgen und ließen sich durch namhafte Künstler unterhalten. Jürgen Markus, Olivia Molina, Silvio Francesco, Ireen Sheer, Gitte, Dorthe und Marek und Vacek waren ebenso bewunderte Interpreten wie die Big-Band-Combo der Bundeswehr, die WDR-Band unter Heinz Schachtner, Vesco d'Orio und sein Ensemble und die Globland Music Company begeisternde Tanzorchester. Auch die Moderatoren Jürgen Roland, Rainer Holbe und Stefan Lazar waren auf ihre Art Stars. Die Veranstaltung fand zugunsten der Stiftung Deutsche Sporthilfe statt.